SASS - DIE MEISTERDIEBE
Berlin, Winter 1929. Eine Gerichtsverhandlung, die der Staatsanwalt zu einem politischen Schauprozess machen will. Doch die Angeklagten, die legendären Einbrecher Franz (Ben Becker) und Erich Sass (Jürgen Vogel) haben mit ihrer charmant-frechen Art das Publikum auf ihrer Seite. Und auch der Kriminalsekretär Fabich (Henry Hübchen), der nun als Zeuge aussagt, scheint Sympathie für sie zu empfinden. Er hat die Brüder seit ihrem ersten Bankeinbruch gejagt.
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Frühjahr 1924. Franz und Erich Sass knacken den Tresor im Landesfinanzamt, der erste Tresoreinbruch mit einem Schneidbrenner überhaupt. Sie entkommen knapp der Polizei unter Kriminalsekretär Fabich, werden aber zu Hause festgenommen. In der engen Wohnung in dem Arbeiterviertel Moabit, in der sie mit ihren Eltern (Karin Baal, Otto Sander) leben. Die Brüder betreiben eine Autowerkstatt, der Schneidbrenner gehörte zu ihrem Inventar. Im Verhör geben sie an, dass er ihnen just am Tage des Einbruchs gestohlen wurde. Somit kann Fabich ihnen nichts nachweisen und muss die Brüder laufen lassen.
Ca. ein Jahr später. Wie die Presse meldet, sollen die Brüder Sass einen weiteren Banktresor auf ihre spektakuläre Weise geknackt haben und sind erneut verhaftet. Der Druck aus den oberen Etagen der Polizei auf Fabich ist ausserordentlich gross. Auch diesmal fehlt es an Beweisen und Fabich muss die Brüder erneut freilassen.
Die Brüder sind kaum wiederzuerkennen. Sie machen keinen Hehl aus ihrem plötzlichen Reichtum – elegante Kleidung, ein Mercedes Cabrio. Trotz des neuen Lebensstils haben sie ihre Herkunft nicht vergessen und verteilen Geld in der Nachbarschaft. Franz und Erich Sass werden beliebt und populär.
Dadurch machen sie sich neuen Feinde: In der Mulackritze, der Stammkneipe der Brüder, verlangt die Immertreu Bande um Muskel-Adolf (Martin Feifel), die den Kiez kontrolliert, ihren Anteil. Doch Franz und Erich wollen nicht zahlen.
Sie geniessen das Leben und die Liebe in den wilden Zwanzigern. Während Erich Gertrude (Julia Richter) einer Jugendfreundin wiederbegegnet, trifft Franz die extravagante Jüdin Sonja Weiss (Jeanette Hain). Sonja ist mit Leon Weiss, einem der Chefs der Disconto Bank, verheiratet. Doch Franz wird die Liebe ihres Lebens.
Trotz Drohungen weigern sich die Brüdern weiterhin, Schutzgelder an die Immertreu Bande zu zahlen. Erst als ihr Vater brutal ermordet wird, sind sie zu einem Deal bereit. Zum Schein bieten Franz und Erich der Bande gemeinsame Sache an und lassen sie beim nächsten Einbruch mitmachen. Gertrude „verrät“ der Polizei den geplanten Coup. Bei deren Grosseinsatz kommt es im Feuergefecht zur Explosion und die Bank fliegt mit den Gangstern in die Luft. Der Triumph der Polizei über den vermeintlichen Tod der Meisterdiebe ist kurz: Die Brüder melden sich aus Venedig.
Dort geniessen sie ausschweifende Tage mit Sonja und lernen Sonjas Ehemann Leon kennen. Sie erfahren, dass Leon als Jude gegen die Verwaltung der 15 Millionen Wahlkampfgelder der NSDAP gestimmt hat und deswegen entlassen werden soll. Franz und Erichs langgehegter Plan für den Einbruch in die Disconto Bank wird immer konkreter.
Bei ihrer Ankunft am Anhalter Bahnhof werden die totgeglaubten Brüder mit Jubel von der Berliner Bevölkerung und der Presse empfangen und wie Helden gefeiert. Doch die Freude, wieder zu Hause zu sein, ist kurz. Leon Weiss wird auf offener Strasse von den Nazis erschossen. In ihrem Schmerz trennt sich Sonja auch von Franz.
Franz und Erich Sass ziehen in eine Bauhaus Villa und bereiten ihren grössten Coup vor: Den Einbruch in den Tresor der Disconto Bank, der als uneinnehmbar gilt.
Trotz umfassender Überwachung gelingt es den Brüdern, die Polizei auszutricksen. Tagelang graben sie unbemerkt eine Tunnel in Richtung Disconto Bank.
Als sie völlig erschöpft die Mauer zum Tresorraum erreicht haben, werden sie von einem Grosseinsatz der Polizei überrascht. Der seit Tagen im Tresorraum postierte Wachmann hat sie gehört. Die Polizei lässt die Kanalisation in Anwesenheit der Presse fluten, in der Hoffnung, die Brüder an einem der Ausgänge zu fassen. Doch erfolglos. In dem Glauben, dass die Brüder ertrunken seien, werden die Posten abgezogen. Wieder einmal konnten Franz und Erich in letzter Sekunde entkommen. Und die Polizei hat sie sogar noch auf eine Spur gebracht: Der tagelange Aufenthalt des Wachmannes ist nur durch einen Lüftungsschacht möglich gewesen. Und dieser verschafft den Brüdern jetzt Zugang zum Tresor.
Es ist wie ein Rausch, die vierhundert Schliessfächer zu öffnen, den ihre Besitzer nicht nur Geld, sondern auch ihre grössten Schätze anvertraut haben. Entsprechend gross ist das Entsetzen bei der Berliner Polizei, und der Ruf der Brüder Sass als Meisterdiebe endgültig bestätigt.
Zusammen mit Gertrude wollen sie mit falschen Papieren über Dänemark in die USA flüchten. Dich die Flucht scheitert an der deutsch-dänischen Grenze. Die Brüder werden erkannt, die Beamten schiessen auf das Fluchtauto, Gertrude stirbt, die Brüder werden festgenommen.
Zurück zur Gerichtsverhandlung:
In der Spannung kurz vor der Urteilsverkündung trifft Franz im Gerichtsflur überraschend auf Sonja. Ein Blickwechsel verrät, dass ihre Liebe unverändert ist.
Das Urteil sorgt für eine Überraschung: Franz und Erich Sass werden freigelassen. Unter grossem Druck bereiten sie die Ausreise nach Amerika vor. Sonja soll sich den Brüdern in Hamburg anschliessen.
Ein letztes Mal gehen Franz und Erich zu ihrer Stammkneipe, der Mulackritze. Dort steht der Wagen zur Abreise nach Hamburg bereit. Noch bevor sie ihn erreichen, werden die Brüder von Kugeln der Nazi-Schergen durchsiebt - niemand bereichert sich ungestraft an NSDAP-Wahlkampfgeldern. Franz kann Fabich, der den Abschied er Brüder beobachten wollte, noch eine Versprechen abnehmen.
Fabich trifft Sonja in Hamburg und überreicht ihr einen Koffer mit Geld. Sonja weiss, dass dies die letzte Nachricht der Brüder Sass ist, und dass ihr Kind niemals seinen Vater kennenlernen wird.
Darsteller:
Franz Sass: Ben Becker
Erich Sass: Jürgen Vogel
Fabich: Henry Hübchen
Feind: Frank Sieckel
Mutter Sass: Karin Baal
Vater Sass: Otto Sander
Zörgiebel: Traugott Buhre
Sonja Weiss: Jeanette Hain
Leon Weiss: Miguel Herz-Kestranek
Müller-Strohmeyer: Lutz Mackensy
Adolf: Martin Feifel
Ede: Detlef Bothe
Gamasche: Lars Rudolf
Gertrude: Julia Richter
Wachmann: Jockel Tschiersch
Nana: Sohie Rosentreter
Richter: Peter Roggisch
Lotte: Arndreja Schneider
Lieselotte: Sylvie Bertin
Ansager Wintergarten: Robert Kreis
Staatsanwalt: Thomas Bestvater
Chef „Weisse Maus“: Oliver Nägele
Schiedsrichter: Zacharias Preen
Gerichtsvollzieher: Dieter Okras
Erwin: Gerhard Roßkamp
Grenzbeamter: Thomas Darchinger
SS-Mann 1: Arved Birnbaum
SS-Mann 2: Stefan Weinert
Älterer Polizist: Werner Wilkening
Polizist 2: Joachim Paul Assböck
Polizist 3: Gotthard Lange
Polizist 4: Andreas Konrad
Polizist 5: Jiri Klem
Polizist 6: Roman Smejkal
Wenning: Chajim Koenigshofen
Reporter 1: Timo Blazejewski
Reporter 2: Horst D. Scheel
Immertreu 1: Johannes Stelzhammer
Immertreu 2: Luc Feit
Abteilungsleiter Diskonto: Georg Tryphon
Kassierer Diskonto: Berthold Pesalla
Geugis: Stephan Kuno
Mann „Mach ich nich“: Richard Maschke
Stab:
Produzent: Oliver Berben
Coproduzent: Andreas Richter
Regie: Carlo Rola
Herstellungsleitung: Jens Christian Susa
Kamera: Martin Langer
Autor: Uwe Wilhelm
Coautor: Holger Karsten Schmidt
Daramaturgie: Andrea Kuhn
Komponist: Georg Kleinebreil
Produktionsleitung: Michal Pokorny
1. Aufnahmeleitung: Rolf G. Viehrig
2. Aufnahmeleitung: Alexander Pietrzynski
Ton: Andreas Walther
Cutterin: Friederike von Normann
Szenenbild: Bettina Schmidt
Ausstattung: Michael Pfalzer
Innenrequisite: Andreas Huschke
Außenrequisite: Marillo Ricken
Kostümbild: Ulla Gothe
Maske: Jekaterina Oertel, Lena Lazzarotto, Christin Holz
Licht: Christoph Nickel
Pressebetreuung: Schmidt / Schumacher (Barbara Schmidt)
Kinostart: 25.09.2001
Kinobesucher:
Produkt: Kinofilm (120 Minuten / 35 mm)
Produktion: MOOVIE - the art of entertainment
Drehzeit: Oktober 2000 - Januar 2001