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IM HIMMEL HÖRT DICH NIEMAND WEINEN

Dora Mar wischt sich Tränen aus den Augen. Ihr Make-up ist verschmiert. Mit rasender Geschwindigkeit steuert sie ihren silbergrauen Jaguar stadtauswärts. Soeben hat sie vom Tod ihrer Mutter erfahren, die sie vor vierundzwanzig Jahren verlassen hatte. Jetzt will sie sie zum letzten Mal sehen. Dora Mar, 41, arbeitet als Callgirl. Als sie kurz zuvor in einer dunklen Tiefgarage ihren Wagen bestieg, rutschte eine tote Katze auf der Windschutzscheibe herunter. Im nächsten Moment wurde sie von Roma, ihrem Zuhälter, aus dem Wagen gerissen. Seiner üblichen Brutalität fügte er in dieser Nacht noch eine Variante hinzu, ein Satz, ganz nebenbei: Dieser Brief ist für dich gekommen von einem Priester. Er schreibt, daß deine Mutter gestorben ist. Ich wußte gar nicht, daß du eine Mutter hast. Der Weg zurück ist lang, und kurz bevor Dora ihr Ziel erreicht, schläft sie völlig übermüdet am Steuer ihres Wagens ein. Das Fahrzeug bewegt sich mit rasender Geschwindigkeit auf ein Brückengeländer zu. Ein unheimliches, berstendes Geräusch, dann stürzt der Jaguar in die Tiefe. Ein taubstummer Junge holt den Priester Baal zu Hilfe. Dieser befreit Dora aus dem Wrack und nimmt sie bei sich auf. Dora erfährt, daß ihre Mutter von Baal vor langer Zeit aufgenommen wurde. Als Dora den spärlichen Nachlaß ihrer Mutter durchstöbert, findet sie eine Postkarte, die Dora - in einem New Yorker Taxi sitzend - zeigt. Ein Ort, an dem Dora nie zuvor in ihrem Leben war. Dann entdeckt sie einen Stapel von Briefen, alle an sie adressiert und niemals abgeschickt. Der erste Brief offenbart ihr sogleich eine grausame Entdeckung: 23. Mai 1949. Wenn der Pfarrer von der Hölle spricht und der Strafe Gottes, dann muß es so sein. Sie haben mich aus dem Festzelt gelockt, und alle haben zugesehen. Sie haben mich bis zum Friedhof geschleift. Und dann sind sie über mich gekommen. Der kleine Riss war der erste, dann Rhodes und Richter. Alle drei. Einer nach dem anderen. Ich habe dreiundzwanzig blaue Flecken. Meine Nase hat geblutet. Ich habe einen Bluterguß am linken Bein, und mich ekelt vor mir selbst. Den Körper würde ich mir am liebsten abschneiden... Dora schwört Rache. Es ist der Hochzeitstag des Dorfarztes Hans Richter. Kurz nachdem Baal im Festsaal eingetroffen ist, taucht auch Dora auf. Baal ist verunsichert, weiß sich nicht der Situation entsprechend zu verhalten. Die Dorfbewohner reagieren leicht irritiert auf das Auftreten der hübschen Fremden und ihre Bekanntschaft mit Baal, kehren jedoch schnell wieder zum Festablauf zurück, als sich Dora kurzerhand als Schwester des Priesters ausgibt. Sehr früh am nächsten Morgen klingelt im Haus des Priesters das Telefon. Es ist Dora, die den Metzger Riss tot aufgefunden hat, der Mann, von dem sie nun glaubt, er sei ihr Vater. Baal eilt in die Metzgerei. Dort erwartet ihn ein grausames Bild. Auf einem Stuhl im Kühlraum zwischen seinen Schweinen sitzt tot der Metzger. Sein rechter Arm ist abgehackt, Dora ist verschwunden. Wenig später findet auch Rhodes den Tod. Baal glaubt nun zu verstehen, was unausweichlich geschehen wird. Er sucht jetzt einen der noch verschonten Vergewaltiger, den Arzt Richter, auf. Baal will ihn zur Reue bewegen, doch er erntet nur Verachtung. Verzweifelt verläßt er die Praxis. Kurz danach trifft Dora bei Richter ein. Sie setzt all ihre Reize ein und verführt den Arzt zu einem Liebesakt in seiner Praxis. Dann bekennt sich Dora zu ihrer Identität und benennt ihn zum Vater. Er spricht in knappen Sätzen, was ihm das Leben retten wird. Dora ist nicht minder eine Hure wie ihre Mutter, und auch das Morden wird nichts an dieser Wahrheit ändern. Niemals. Getrieben von der Angst, Dora, die er inzwischen liebt, für immer verloren zu haben, fährt Baal suchend durch die Gegend. Am Bahnhof endlich sieht er Dora auf einer Bank sitzen. Der taubstumme Junge kauert schlafend auf ihrem Schoß. Baal läuft auf sie zu, doch sie bemerkt ihn nicht. Mechanisch nimmt sie die Pistole aus ihrer Tasche und setzt sie sich an die Schläfen. Baal schreit auf, doch bevor Dora ihn hören kann, schiebt sich ein Güterzug zwischen die beiden. Als der Zug den Bahnhof passiert hat, hält Dora noch immer die Pistole in der Hand. Baal setzt sich neben sie und nimmt ihr sanft die Waffe aus der Hand. Der Junge auf ihrem Schoß erwacht, reibt sich kurz die Augen und läuft schließlich, wie aus einem Traum hochgeschreckt, davon. Dann gesteht Baal Dora seine Liebe. Zusammen wird ihnen nichts passieren. Sie werden von hier fort gehen, niemand wird sich erinnern an das, was geschehen ist. So wie es mit Doras Mutter war. Vergessen, diesmal nicht für die anderen. Diesmal für sie und ihr neues Leben. Baal nimmt Dora an der Hand und führt sie ohne ein weiteres Wort nach Hause. Dort angekommen, wird Dora ein letztes Mal von ihrer Vergangenheit eingeholt. In der Küche des Pfarrhauses sitzt ihr Zuhälter Roma. Höhnisch verlacht er sie, so weit gesunken zu sein, es jetzt mit einem Priester zu treiben. Er sei hier, um sie nach Haus zu bringen, in die Stadt, in die Wirklichkeit. Als Dora sich weigert und Baal um Hilfe bittet, wird Roma gewalttätig. Er will nicht ohne Dora gehen, wird sich von niemandem aufhalten lassen, schon gar nicht von einem Priester. Da reißt Baal ein Kruzifix von der Wand und erschlägt Roma. Draußen bricht indessen ein Unwetter los. Baal und Dora gehen in das Zimmer von Doras Mutter. Sie hören ein Geräusch hinter dem Schrank, schieben ihn beiseite und entdecken ein lange vergessenes Fenster, durch das nun in apokalyptischen Bildern der langsame Untergang des Dorfes und der Tod von Richter zu sehen ist. Während das Dorf wie von einer überirdischen Strafe heimgesucht wird, lieben sich Dora und Baal im Zimmer der Mutter. Dann ist alles vorbei, wie ein böser Spuk, ein zu langer Gedanke. Das Unwetter hat sich verzogen. Dora packt ein paar Sachen in einem Koffer zusammen, und beide verlassen das Haus. Sie erreichen die Brücke, auf der Dora verunglückte und wo Baal sie ins Leben zurückholte. Mitten auf der Straße steht der taubstumme Junge und winkt ihnen glücklich zu. Der Wagen geht in derselben Sekunde in einem Feuerball auf.

E P I L O G:

New York. Dora verläßt ein Hotel und steigt in ein Taxi, in dem Baal bereits auf sie wartet. Es ist das gleiche Taxi wie einst auf der Postkarte, die sich zwischen den Briefen ihrer Mutter befand.

Darsteller:
Dora Mar: Iris Berben
Baal: Vadim Glowna
Roma: Andras Fricsay
Paul: Jockel Tschiersch
Rhodes: Jaecki Schwarz
Riss: Matthias Fuchs
Dr. Richter: Hans-Michael Rehberg
Junge: Fabian Lentin
Anna Mar: Ilse Holtmann
Wirtin: Ilse Page
Polizist: Sebastian Koch

Stab:
Ausführender Produzent: MOOVIE - the art of entertainment
Regie: Carlo Rola
Drehbuch: Uwe Wilhelm
Kamera: Karl Kases
Szenenbild: Detlef Provvedi
Kostüme: Petra Rospert
Schnitt: Karin Nowarra
Musik: Georg Kleinebreil
Herstellungsleitung: Horst Burkhard
Produktionsleitung: Horst Burkhard
Aufnahmeleitung: Rolf Klaußner
Pressekontakt: Cinepromotion Ilona Hüttersen

Kinostart: 1.01.2003

Kinobesucher:

Produkt: Kinofilm (35mm/Farbe)

Produktion: MOOVIE - the art of entertainment

Drehzeit: 1994-1995

 

 

 


Trailer zum Film:

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